Umfrage zu Arbeitsbedingungen in der Kirche

Die Zeitschrift für Mitarbeitervertretungen „Arbeitsrecht und Kirche“ führt eine Umfrage zu den Arbeitsbedingungen in der Kirche durch. Die Ergebnisse fließen in die Fachtagung zum kirchlichen Arbeitsrecht im November 2015 in Kassel ein. An dieser Umfrage können Sie auch online teilnehmen, indem Sie diesen Link anklicken.

ver.di Kampagnenstart in der Diakonie Hessen

Nach langer und intensiver Vorarbeit startet die ver.di Kampagne für die Einrichtungen und Betriebe in der Diakonie Hessen nun in die betriebliche Öffentlichkeit. Wir wollen Ihnen die Zusammenhänge zwischen den Arbeitsbedingungen und den Regelungen in der Diakonie Hessen gut verständlich erklären, Probleme beleuchten und Licht ins Dunkle bringen. Hierzu werden Sie in den nächsten Wochen und Monaten entsprechende Informationsblätter zu unterschiedlichen Themen erhalten. Wir würden uns freuen, auch Sie für unser Ziel gewinnen und uns gemeinsam aktiv für einen Tarifvertrag mit der Diakonie Hessen einsetzen zu können.

Das Auftakt-Flugblatt können Sie bei uns herunterladen und gern weiterverbreiten.

Kein verbessertes Angebot der VKA!

In den Verhandlungen am 13. August 2015 für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst hat es kein verbessertes Angebot der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) gegeben, sodass wir die Verhandlungen erneut für gescheitert erklärt haben. Komplettes Tarifinfo herunterladen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
dies bedeutet, dass die Wiederaufnahme der Streiks für Anfang Oktober mit veränderten Streikformen vorbereitet werden muss!

Aufwerten Jetzt!: Arbeitgeber führen Öffentlichkeit mit falschen Zahlen in die Irre

Nach der klaren Ablehnung des Schlichterspruchs durch die Mitglieder der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) im Sozial- und Erziehungsdienst versucht die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) nun, die Öffentlichkeit mit falschen Zahlen in die Irre zu führen. Zu den falschen Behauptungen in der VKA-Pressemitteilung vom 10. August 2015 stellt ver.di fest:

* Die Gehälter der Erzieherinnen und Erzieher mit Normaltätigkeit würden nach der Schlichtungsempfehlung nicht – wie von der VKA behauptet – um bis zu 6 Prozent, sondern nur zwischen 1,29 und 4,89 Prozent steigen.

* Nur die Gehälter der Erzieherinnen und Erzieher mit besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten würden bei Umsetzung des Schlichterspruchs auf bis zu 3.800 Euro steigen, die Gehälter der Erzieherinnen und Erzieher mit Normalttätigkeiten (Entgeltgruppe S6) würden nur auf bis zu 3.450 Euro steigen und das ist die große Mehrzahl der Erzieherinnen. Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Baden- Württemberg hat sogar untersagt, außer den Gruppenleitungen bei der Stadt Stuttgart, Erzieherinnen in die Entgeltgruppe S8 mit besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten einzugruppieren.

* Von den von den Arbeitgebern behaupteten 7,5 Prozent Gehaltszuwachs von Erzieherinnen und Erziehern mit Normaltätigkeit in der Stufe 2 seit Februar 2014 entfallen 6,2 Prozentpunkte auf die allgemeinen Tabellenerhöhungen, die alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen erhalten haben, und nur 1,3 Prozentpunkte kämen durch die Schlichtungsempfehlung hinzu. In der Endstufe entfallen von den angeblich insgesamt 10,6 Prozent Zuwachs 5,4 Prozentpunkte auf die allgemeinen Tabellenerhöhungen.

* Es gibt nicht – wie die Arbeitgeber behaupten – nur drei Entgeltgruppen für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, sondern insgesamt acht Entgeltgruppen. Von diesen acht sollen nach der Schlichtungsempfehlung drei überhaupt nicht angehoben werden. Von den übrigen fünf soll in drei Entgeltgruppen nur die Endstufe angehoben werden, und nicht etwa „zusätzlich zu einer durchgängigen“ Erhöhung. Eine „durchgängige“ Erhöhung, die zwischen 1,21 und 2,21 Prozent liegen würde, ist nur für zwei Entgeltgruppen vorgesehen.

Klare Ablehnung der Schlichtungs­empfehlung in der Mitgliederbefragung

Die Mitgliederbefragung zu der Schlichtungsempfehlung vom 22. Juni 2015, die vom 7. Juli bis zum 5. August 2015 stattfand, hatte ein eindeutiges Ergebnis: 69,13 Prozent der teilnehmenden ver.di-Mitglieder im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes lehnten die Schlichtungsempfehlung ab und erklärten sich bereit, unbefristet weiter zu streiken. Mehr Informationen dazu stehen im ver.di Tarifinfo vom 11.8.2015.

Klare Botschaft in der Diakonie Mitteldeutschland

Mitarbeitervertreter wollen mit großer Mehrheit Tarifverträge. Vor diesem Hintergrund wählten heute ca. 100 MAVlerinnen in Halle fünf KollegInnen in eine Arbeitsrechtliche Kommission, um in dieser von der Kirche aufgeherrschten Kommission weiter für Tarifverträge zu streiten.Wir werden weiter berichten. Siehe auch hierzu das Positionspapier.

14. Kasseler Fachtagung zum kirchlichen Arbeitsrecht: Gute Arbeit – schlechte Bedingungen?

Am 12./13. November findet die 14. Kasseler Fachtagung zum kirchlichen Arbeitsrecht statt. Unter dem Titel "Gute Arbeit – schlechte Bedingungen?" wird das Arbeitsrecht bei Kirche und Diakonie unter die Lupe genommen. Für ca. 1,2 Mio. Beschäftigte in Diakonie, Caritas und den verfassten Kirchen gilt kirchliches Arbeitsrecht. Dazu zählen besondere Loyalitätspflichten, vor allem aber die Regelung der Arbeitsbedingungen im Rahmen des sog. Dritten Weges. Was bedeutet das für die Beschäftigten?

Der Kirchengerichtshof der EKD verpflichtet insbesondere diakonische Einrichtungen zu einer kirchengemäßen Behandlung der Beschäftigten. Er verbietet ersetzende Leiharbeit und verlangt die strikte Anwendung kirchenrechtlich legitimierter Arbeitsbedingungen. Das gilt für alle, die den kirchlichen Auftrag erfüllen, auch wenn sie z.B. im Rahmen eines Werkvertrags tätig sind. Der diakonische Arbeitgeberverband VdDD hält dagegen: Was einem weltlichen Unternehmen erlaubt ist, könne einem diakonischen nicht verwehrt werden.

Gegen Werkverträge in der Diakonie - Übergabe Unterschriften an Landesbischof July

Am Freitag, den 10.7. 2015 wurden über 3.000 Unterschriften zur Kampagne „Werkverträge spalten – für eine Diakonie“ an Landesbischof July übergeben. In seiner Rede forderte Uli Maier, Vorsitzender der Interessensvertretung der Diakonie-Mitarbeitenden (AGMAV*) den Landesbischof zur Stellungnahme bezüglich der zunehmenden Praxis diakonischer Einrichtungen, Teile auszugliedern und unter diakonischer Flagge weltliche und vor allem abgesenkte Tarife zu zahlen.

Die AGMAV fordert „die Beendigung der Werkverträge und der ersetzenden Leiharbeit in diakonischen Einrichtungen sowie die Beendigung der Ausgliederung von Tätigkeiten in eigene Tochterunternehmen. Wir fordern die Tarifanwendung für alle Mitarbeitenden in der Diakonie und die Übernahme aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der konzerneigenen Tochterunternehmen. Diakonie ist Teil der Kirche, in den Geschäftsführungen und Vorständen diakonischer Einrichtungen sitzen meist Kirchenbeamte und in den Aufsichtsgremien kirchliche Amtsträger.“

July forderte seinerseits, dass in der Auseinandersetzung um solch schwierige Themen „die Kommunikationskultur nicht über Bord geht“. Maier betonte die Zielsetzung der Kampagne, ins Gespräch zu kommen und Lösungen zu finden. Leider hat sich die BruderhausDiakonie für den Klageweg entschieden. Die BruderhausDiakonie hat nach dem Erscheinen der Sonderausgabe WIR! im Januar ohne die Gesprächsangebote der AGMAV aufzugreifen gegen den Vorsitzenden und die AGMAV Klage erhoben.

Diskussion in Düsseldorf: Hat der Dritte Weg noch Zukunft?

ver.di hat mit der Stadtmission in Heidelberg gerade einen Tarifvertrag geschlossen. Der Dritte Weg gehört damit auch für die 500 Beschäftigten dieser diakonischen Einrichtung der Vergangenheit an. Nahezu zeitgleich verteidigte Diakoniechef Lilie den Dritten Weg. Für ihn ist die Schlichtung immer noch der beste Weg zur Problemlösung.

Im katholischen Bereich werden Gewerkschaften erstmals aufgefordert, sich an der Arbeitsrechtlichen Kommission zu beteiligen. Ver.di hat dies abgelehnt. Viele Mitarbeitervertretungen und Beschäftige spüren von der viel beschworenen Dienstgemeinschaft nichts.

Was ist Ihre Haltung dazu? Was sehen Sie anders? Was müsste sich Ihrer Meinung nach ändern?

Am Donnerstag, dem 27. August 2015 von 10:00 bis 12:00 Uhr Raum 1, Erdgeschoss im

ver.di-Landesbezirk NRW
Karlstr. 123-127
40210 Düsseldorf

laden wir Sie herzlich ein, mit uns über die Zukunft des Arbeitsrechts in den Kirchen zu diskutieren.

Referent: Prof. Dr. Hartmut Kreß Universität Bonn, Evang.-Theol. Fakultät, Abt. Sozialethik Thema des Referats: „Hat der Dritte Weg noch Zukunft?“

Mehr Informationen finden Sie hier zum Herunterladen.

Stadtmission Heidelberg schließt nach Verhandlungsmarathon Tarifvertrag mit ver.di ab

Nach einer langen Verhandlungszeit ist es nun geschafft: der Tarifvertrag mit der Evangelischen Stadtmission Heidelberg ist unter Dach und Fach. Das ist wegweisend, da es der erste Tarifvertrag mit einem diakonischen Träger in Baden-Württemberg ist.

Vor zwei Jahren begannen die Tarifverhandlungen. Dies war der erste große Erfolg der Beschäftigten, die sich in großer Zahl bei ver.di organisiert hatten. Ihr Ziel: die Sicherung ihrer Arbeitsbedingungen und Einkommen durch einen Tarifvertrag. Sie wollten beteiligt werden an der Aushandlung, auf Augenhöhe, verbindlich und mit Durchsetzungsmöglichkeiten. Das alles gibt es nicht im Dritten Weg der Kirchen.

Die Urabstimmung und 98 % Zustimmung zu einem unbefristeten Streik sowie mehrere Streiktage im Jahr 2013 brachten den Durchbruch. „Nach zwei Jahren intensiven und konstruktiven Verhandlungen liegt nun ein Tarifvertrag vor, der sich sehen lassen kann“, so die ver.di-Verhandlungsführerin Irene Gölz, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen bei ver.di Baden-Württemberg.

Irene Gölz: „Ganz besonders freuen wir uns natürlich über diesen ersten Tarifvertrag mit einem diakonischen Träger. Das ist wegweisend. Er zeigt nun auch in Baden-Württemberg, dass eine Sozialpartnerschaft zwischen Gewerkschaften sowie diakonischen Arbeitgebern möglich und erfolgreich im Sinne der Beschäftigten und ihres Arbeitgebers sein kann.“ Ab 1. Juli 2015 werden die Arbeitsbedingungen und Einkommen der rund 1.500 Beschäftigten durch einen Tarifvertrag geregelt und gesichert.

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